Experimente - Vero Fineart

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Experimente

"Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit."*


Pouring

ist eine Maltechnik, bei der die Acrylfarbe in flüssigem Zustand auf den Malgrund aufgebracht wird.
Die verdünnten Farben werden entweder in einem Gefäß übereinander geschichtet, oder jede Farbe wird in einen separaten Becher gegossen. Dann fügt man ein paar Tropfen Silikon hinzu und gießt alles auf den Malgrund. Durch Schwenken des Malgrundes fließen die Farben ineinander. Die Zugaben von Silikon bewirkt die Zellbildung. Genaue Anleitungen für diese Technik gibt es zu Hauf im Internet.
Die Pouring-Technik ist vor einigen Jahren aus den USA zu uns gekommen und breitete sich viral auch in Deutschland aus. Als die Welle losging, habe ich mir das nötige Equipment zugelegt, hatte aber keine Zeit, diese Technik auszuprobieren. Nun nach ca. drei Jahren hab ich mich endlich damit beschäftigt.
Meine ersten Ergebnisse sind hier zu sehen.

Helix-Technik nach Christiane Middendorf
 
Diese Technik des Farbe Auftragens in Pinseltechnik hat Christiane Middendorf so benannt. In ihrem Buch "Spachtel trifft Pinsel" wird sie ausführlich beschrieben. Ich versuche mal, die wichtigsten Arbeitsschritte zusammenzufassen:
In der Helix-Technik arbeitet man ausschließlich mit dem Pinsel. Am besten ist ein Borsten-Flachpinsel geeignet. Die Breite des Pinsels richtet sich nach der Größe des Malgrundes.
Zu Beginn gibt man mehrere Farben – u. a. Weiß – auf die Palette. Dann wird eine Farbe mit dem Pinsel aufgenommen – ich beginne meist mit einer dunklen Farbe - und in kreisenden, schwungvollen Bewegungen auf den Malgrund gebracht. Danach nimmt man eine weitere Farbe auf, ohne den Pinsel zuvor auszuwaschen, und bringt diese neben die zuerst aufgetragene Farbe auf und vermischt die beiden Farben an den Übergängen teilweise miteinander. So verfährt man auch mit den anderen Farben. Wichtig dabei ist, dass die Farben auf dem Malgrund noch nicht getrocknet sind. Es ergeben sich weiche wolkige fluffige Übergänge.
Bei abstrakten Bildern könnt ihr bspw. den Hintergrund in dieser Technik gestalten - siehe drittes Bild.
Am besten, ihr probiert es mal aus.

Schichttechnik

 
Diese Technik ist gut geeignet, um alte Keilrahmen zu überarbeiten.
Um vorhandene Strukturen oder Farben zu überdecken, wird Spachtelmasse aufgetragen. Ihr könnte euch Gesso verdicken, eine fertige Spachtelmasse verwenden oder eine eigene aus Bindemittel und Füllstoffen zusammen rühren. Wenn alles auf der Leinwand gut getrocknet ist, kann es losgehen.
Ihr tragt die erste Schicht Farbe auf. Die noch feuchte Farbe kann durch Besprühen mit Wasser stellenweise wieder angelöst und zum Fließen gebracht werden. Die entstehenden Nasen beim Herunterlaufen der Farbe können so stehen gelassen oder weggewischt werden. Dann werden nach und nach Farben in verschiedenen Techniken aufgetragen – lasierend, deckend, geschüttet, gesprüht - es können Strukturen oder Schrift in die noch feuchte Farbe gekratzt werden, die Farbe kann stellenweise wieder weggewischt, weggekratzt werden ….... Wichtig ist, dass die darunter liegenden Farben und Strukturen stellenweise noch sichtbar bleiben. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das Bild kann so lange überarbeitet werden, bis ihr zufrieden seid.
Viel Spaß beim Ausprobieren ... :-)
Hier habe ich über das vorherige Motiv als Untergrund eine Rettungsfolie geklebt und mit Strukturpaste stellenweise überspachtelt. Dann trug ich mehrere Farbschichten auf, wobei ich darauf achtete, dass die darunterliegenden Schichten nicht komplett übermalt werden. So funkelt die Folie teilweise durch, aber auch untere Farbschichten sind noch zu sehen.





* Kurzfassung eines Dialogs zwischen Wenzel und Esmeralda aus der Filmoper "Die verkaufte Braut".



© Veronika Hieronymus

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